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Zahnpflege beim Hund
Für unsere Vierbeiner ist
das Zähneputzen genauso wichtig wie für uns Menschen. Eigentlich sogar noch wichtiger. Hält ein Hund doch nicht brav seine Zähne dem
Arzt für eine Behandlung hin wie es für uns Zweibeiner selbstverständlich ist.
Durch eine regelmäßige Pflege der Zähne beim Hund kann man die Zahnsteinbildung
verringern oder sogar verhindern. Eine Behandlung durch den Tierarzt (hohe
Arztkosten) entfällt. Eventuelle Entzündungen werden frühestmöglich gesehen, so
dass dem schnellstens entgegengewirkt werden kann und ein Zahnziehen und/oder
mögliche Folgeerkrankungen werden vermieden.
Allgemein heißt es, dass Nassfutter die Zähne mehr belastet als Trockenfutter.
Auch spielen die ererbten Gen-Faktoren - wie beim Menschen - eine Rolle; der
eine Hund bekommt schneller schlechte Zähne als der andere. Sicherlich ist es
auch so, dass bei einem Hund, der täglich seine Zähne mit Kauartikeln
oder mit zähnereinigendem Spielzeug quasi selbst reinigt, von einem täglichen
Zähneputzen abgesehen werden kann. So muss individuell entschieden werden, ob
Zähneputzen täglich oder einmal in der Woche angesagt ist. Günstig ist, den
Putzvorgang immer zur gleichen Zeit wie ein Ritual durchzuführen, denn der Hund
liebt Rituale, da diese berechenbar sind.
Das Zähneputzen sollte dem Hund sehr behutsam angewöhnt werden. Je mehr
Tage/Wochen man sich für die Eingewöhnungsphase nimmt, desto besser akzeptiert
der Hund diese Prozedur. Es ist wichtig, dass der Hund dies immer als angenehm
empfindet! Deshalb sollte es auch mit Spiel-/Schmuseminuten verbunden sein. Das Temperament des Hundes und die
Mensch/Hund-Beziehung zueinander bestimmen den Zeitfaktor bis es klappt und das
heisst: Bitte nichts überstürzen!
Im Zoo-Fachhandel gibt es Hundezahnbürsten, man kann aber auch eine für
Menschen nehmen. Jedoch darf niemals menschliche Zahnpaste verwendet werden, da diese
nicht nur stark schäumt und für Hunde ekelig nach Pfefferminz schmeckt, sondern
auch für den Hund unverträglich ist und zu Magen-Darm-Erkrankungen führen kann.
Es ist immer eine Hundezahnpaste (vorzugs- weise mit Fleischgeschmack) zu
verwenden!
Ja, nun steht die Frage: "Wie bringe ich meinen Hund dazu, das
Zähneputzen zu mögen?"
1. Schritt
Man beginnt, indem man in den ersten Tagen nur immer wieder mal an seinem Maul
und den Backenzähnen spielerisch mit den Fingern krault und bei Akzeptanz es
als etwas besonders Tolles darstellend sofort lobend mit Leckerli bestätigt.
2. Schritt
Im nächsten Schritt berührt man nur ganz kurz einen seitlichen Zahn mit der
Zahnbürste, auf der man vorher ein wenig Zahnpaste mit Fleischgeschmack
zwischen den Borsten gedrückt hatte. Für jede Berührung wird er schnell und
ausgiebig mit Leckerli belohnt. Der Hund denkt: "Wow! Immer wenn
Herrchen/Frauchen meine Zähne berührt bekomme ich ein herrliches
Leckerli!"
3. Schritt
Nach weiteren Tagen kann man versuchen, einen Backenzahn mit kreisender
Bürstenbewegung zu putzen. Ist es ihm immer noch unangenehm, ist man vielleicht
zu ungeduldig und deshalb zu schnell vorgegangen. Man sollte ihn besser wie
unter Pkt. 2 beschrieben weiter aufbauen.
4. Schritt
Ist es gelungen einen Backenzahn zu putzen, kann man versuchen weitere ein oder
zwei Backenzähne mit einzubeziehen. Bitte nicht vergessen: es sollte immer eine
für den Hund angenehme Stimmung herrschen, damit das Zähneputzen für Hund und
Mensch stressfrei abläuft.
5. Schritt
Klappt das gut, ist es jetzt soweit; wir können versuchen alle Zähne zu putzen.
Von Vorteil ist, wenn der Hund für das Zähneputzen mit dem Kopf auf dem Schoß
seines Menschen liegt und dieser ihm die Schnauze ohne große Abwehr öffnen
kann. Dann wird mit einer Hand die Schnauze am Unterkiefer so umschlossen, dass
man die Schnauze offen halten kann. Mit der anderen Hand wird nun munter in
kreisenden Bewegungen geputzt. Sollte der Hund es immer noch als Stress
empfinden, bitte den Schnauzengriff lösen und
ein wenig schmusen. Danach erneut versuchen. Das muss nun solange geübt werden,
bis die Zahnbürste ohne Abwehr im Maul bewegt werden kann.
Je nachdem welche Seite geputzt wird, werden die Lefzen entsprechend möglichst
weit unten zwischen Ober- und Unterkiefer geschoben. Je weiter unten, umso
weiter bleibt das Maul geöffnet und das Arbeiten wird erleichtert. Da die
Lefzen zwischen den Kiefern geschoben sind, kommt der Hund verständlicherweise
nicht auf die Idee, in die Finger zu beißen.
Bei den oberen Schneidezähnen bzw. am Gaumen reagieren einige Hunde
empfindlich. Deshalb möglichst mit der Bürste nur die Zähne bearbeiten und
nicht den Gaumen.
Das Verwenden der Hundezahnpasta mit Fleischgeschmack ist ein Highlight für
unseren Vierbeiner. Seine Zunge wird in ständiger Bewegung sein, um daran zu
schlecken. Man kann versuchen die Zunge mit dem Daumen im Zaun zu halten oder
ihn einfach schlecken lassen, was aber die Zahnreinigung erschwert.
Abgesehen von dem medizinischen Nutzen ist die Prozedur für beide Seiten
einfacher, je öfter die Zähne geputzt werden. Genau wie "Sitz" und
"Platz" muss dieses Ritual ständig trainiert werden. Wird die Übung
beherrscht, benötigt man nicht mehr als 5 bis 10 Minuten. Soviel Zeit sollte
jeder für seinen treuen Vierbeiner erübrigen können. Der Hund wird es
spätestens im fortgeschrittenen Alter mit einem immer noch
strahlendweiß-gesunden Gebiss belohnen.
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Text: Rita Szloße
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